FR 19. JAN & SA 20. JAN 2018 jeweils 20:00 UHR
Theater im Viertel
Landwehrplatz, 66111 Saarbrücken

FR 19. JAN

Blue Yonder
Emmanuel Scarpa – drums
Bruno Ruder – piano
Guillaume Orti - saxophone

Das Trio Blue Yonder ist der erste Teil eines Tryptichons,das, wollte man ihm ein Etikett anhängen, am besten mit der Bezeichnung «Jazz» beschrieben werden würde. Es fand seine Wurzeln in dem sensiblen Universum Emmanuel Scarpas (Umlaut, Magic Malik, Radiation 10). Wie aus Traumbildern entstanden, geprägt von Introspektion, spielt diese ziselierte Musik mit dem Kanon des Genres, mit Spiegelbildern sowie mit Dehnung und Straffung der Zeit und wird so von den fabelhaften Musikern Bruno Ruder (Jeanne Added, Billy Hart, Magma) und Guillaume Orti (Kartet, Andy Emler Megaoctet, Octurn) umgesetzt. Diese lassen sich wunderbar auf das Spiel mit dem musikalischen Labyrinth ein.

 

Raphael Vanoli - Guitar Solo

Der in Amsterdam lebende Gitarrist Raphael Vanoli macht Solo-Musik in welcher der Schwerpunkt auf Klang und Geräumigkeit liegt. Die minimalistischen Kompositionen auf seinem ersten Album "Bibrax" (Clean Feed / Shhpuma) zeichnen sich durch geschichtete Emotionen und eine filmische, zeitweise aquatische Qualität aus. Die Musik wurde als "amorpher Klang" beschrieben, der an die Zeit vor dem Big-Bang erinnert. Seine E-Gitarre ermöglicht ein neues Klanguniversum mit reichen Möglichkeiten, das eher der Ästhetik elektronisch erzeugter als herkömmlicher Gitarrenmusik ähnelt. Sounds wie tropische Regenwald-Insekten-Schichten, üppige chorartige Texturen bis hin zu erdbebenähnlichen, apokalyptischen Grollen werden live auf einer Gitarre erzeugt die extrem sanft bei hohem Volumen bespielt wird. Das Instrument wird zu einem sehr empfindlichen Objekt, das mit großer Sorgfalt behandelt werden muss. Bei Auftritten erweckt dies den Eindruck, dass nicht der Gitarrist Gitarre spielt - sondern sie ihn spielt.

 

Polyband
Jeroen Kimman - guitar
Onno Govaert - drums
Miguel Petruccelli - bass
Philipp Moser - drums
Jasper Stadhouders - guitar and composition

Die PolyBand, von Jasper Stadhouders im April 2015 gegründet, setzt sich aus einem sich ständig erweiternden Pool an Musikern und Performance-Künstlern zusammen. Durch komplexe, vielschichtige polyrhythmische Loops und polytonale Klangwelten wird ein facettenreiches und eindringliches Bild kreiert, welches sowohl mit den Erwartungen, Wünschen und Erinnerungen des Publikums, als auch mit denen der Akteure selbst spielt. Verhältnismäßig kleine, subtile Veränderungen an Ablauf und Klang sind präzise berechnet um eine große Wirkung zu erzielen. Faktoren wie Dauer und Wiederholung spielen eine wesentliche Rolle. Die Kompositionen sind so konzipiert, dass sie von einer beliebigen Anzahl an Musikern gespielt werden können. Jedem Mitspieler wird innerhalb der Stücke ein gewisser Spielraum gelassen. Die Musiker reagieren auf verschiedene, ihnen zugeordnete Cues, was zu überraschenden Wendungen führt. Das Ziel besteht darin eine soziale Musik zu erschaffen, bei der alle Mitspieler gleichberechtigt agieren und bei der Egoismus und Individualismus überwunden wird.

SA 20. JAN

Herzog – Prätzlich – Schmitz
Constantin Herzog - bass
Daniel Prätzlich - drums
Johannes Schmitz – guitar

Untereinander aber noch nicht miteinander: Constantin Herzog und Daniel Prätzlich kennen sich bereits aus der Zeit ihres Studiums in Würzburg. Seitdem musizieren sie zusammen in Bands wie Art Zentral oder dem Polychrome Orchestra. Johannes Schmitz wirkte mit Herzog in unterschiedlichen musikalischen Kontexten der Kölner Szene. Prätzlich und Schmitz wiederum können es als Saarbrücker nicht vermeiden, sich das ein oder andere Mal über den Weg zu laufen, wie beispielsweise im Trio des Posaunisten Christof Thewes. Musik soll Menschen ja bekanntermaßen miteinander verbinden. Logische Konsequenz: Man versucht es bei der Weltpremiere im TiV mal zu dritt.

 

ABOUT ANGELS AND ANIMALS
Jan Klare - alto & bass saxophone
Julius Gabriel - tenor & baritone saxophone

Irgendwo dazwischen muss es sein, wenn Jan Klare und Julius Gabriel Luftsäulen verschmelzen. Beide sind virtuose Saxophonisten, vom Geist der Improvisation getrieben geht es ihnen um Spannung, Kommunikation und das Heraufbeschwören des heiligen Spirits. Irgendwo zwischen Himmel und Erde.

 

HOMMAGE À JOHN COLTRANE (1926-1967)
Hartmut Oßwald - saxophone, clarinet
Ove Volquartz - saxophone, clarinet
Martin Speicher – saxophone, clarinet
Uwe Oberg - piano
Stefan Scheib - double bass
Georg Wolf – double bass
Ingo Deul – drums
Wolfgang Schliemann – drums

Als der legendäre John Coltrane 1967 im Alter von nur 40 Jahren starb, hinterließ er nicht nur ein umfangreiches musikalisches Lebenswerk, das in seiner rasant fortschreitenden Entwicklung den großen Bogen vom Bebop zum Free Jazz gespannt hat.
Für Generationen von Saxophonist*innen war er Inspiration und Vorbild, kaum jemand in der Welt der improvisierten Musik fühlte sich nicht von Coltrane beeinflusst, wenn nicht gar geprägt. Mit seiner Musik verband sich mehr und mehr seine spirituelle Präsenz, die mit den Begriffen Intensität und Energie nur unzureichend bezeichnet ist.
Der Schlagzeuger Wolfgang Schliemann hat 50 Jahre nach John Coltranes Tod ein Ensemble von Musikern zusammengestellt, die – allesamt in den 1950er bis 1970er Jahren geboren – den Jazz der 1960er zwar weit hinter sich gelassen haben, deren musikalische Entwicklung dennoch ohne den Einfluss Coltranes kaum denkbar ist. Die Musik des Ensembles lebt aus der Meisterschaft seiner Mitglieder als leidenschaftliche Improvisatoren, die ihre ganze Erfahrung und Virtuosität einbringen. Das Konzert bietet daher auch keine Coverversionen, sondern ein Feuerwerk improvisierter Musik im Geiste John Coltranes auf dem Höhepunkt seiner Kunst.